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PRO MENTE WIEN FACHTAGUNG 2020
EIN RÜCKBLICK



Vielen Dank für Ihr Interesse an der pro mente Wien Fachtagung "beschämt & SCHAM", die am 16.01.2020 im Erste Campus in Wien stattgefunden hat! Die pro mente Wien Fachtagung „beschämt & SCHAM“ animierte zum Weiterdenken, ließ Kunstfreunde auf ihre Kosten kommen und lud ein, neue Kontakte zu knüpfen und den beruflichen Austausch zu pflegen.


„Nächstes Jahr können wir über die Stadthalle nachdenken“, kündigte pro mente Wien Obmann Georg Psota mit einem Augenzwinkern die heurige pro mente Wien Fachtagung im Erste Campus beim Belvedere an. Grund waren die rund 500 anwesenden Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die bereits in der Früh eine lange Schlange bis zum Eingang des Foyers bildeten. Einen Tag lang drehte sich hier alles um die Themen „Scham“ und „Beschämung“ – interdisziplinär und multiperspektivisch.

Gesellschaftspolitisch relevant

 Den Auftakt der Tagung bildete ein Vortrag des deutschen Neurowisschenschaftlers Joachim Bauer, in dem bereits viele Aspekte der Veranstaltung angesprochen wurden: Scham einerseits als soziales Regulans, das nötig ist, um ein friedliches Zusammenleben zu garantieren, Beschämung andererseits als Abfuhr eigener Schamgefühle in aggressiver Form. Die Tagung war von Beginn an auch politisch. Beschämung ist nicht ohne Aspekte der Armut, sozialen Ungleichheit, Ausgrenzung usw. zu denken – Schlagworte, die vor allem die Soziologin Laura Wiesböck in ihrem aufrüttelndem Vortrag am Nachmittag wieder aufgriff.

 

Hochrangige Expertise aus dem Psy-Bereich
Ergänzt wurde diese gesellschaftspolitische Auseinandersetzung durch die psychologische, psychiatrische und psychotherapeutische Expertise von Referentinnen wie Christa Radoš, Hemma Swoboda, Silvia Zanotta und Helga Kernstock-Redl. Letztere warf zusätzlich einen Blick auf die besondere Situation von Kindern und Jugendlichen.


Kunst fördert individuellen Ausdruck
Nichtzuletzt darf bei einer pro mente Veranstaltung auch die Betroffenen-Perspektive nicht fehlen. Als lockerer und doch zutiefst berührender Kontrapunkt sprachen mittags die beiden Outsider Art-Künstlerinnen Karin Birner und Anita Kaiser-Petzenka mit der Kuratorin Dagmar Weidinger über ihre Erfahrungen mit dem künstlerischen Ausdruck als einer Möglichkeit der Überwindung von Schamgefühlen. Das Rahmenprogramm der Tagung bestand aus einer Ausstellung von 25 Werke der Künstlerinnen im Foyer des Erste Forums.


Ausklang mit persönlicher Note
Einen ebenso persönlichen wie bewegenden Ausklang der Tagung bildeten der Vortrag der Ö1-Redakteurin Magarethe Engelhardt-Krajanek sowie die Verleihung des 2. Raoul Schindler-Preises. Der Preis ging an Gerhard Härtl, der sich seit 50 Jahren als Sozialbegleiter und Freizeitgruppenleiter ehrenamtlich bei pro mente Wien engagiert.


Ein gelungener Tag von großer gesellschaftlicher und persönlicher Relevanz für jede und jeden Einzelnen – oder, um es mit den Worten von Joachim Bauer zu sagen: „Wir alle haben viel zu sehr gelernt, mit den strengen, lieblosen oder entwertenden Augen des Anderen auf uns selbst zu blicken und dabei Scham zu empfinden. Dabei braucht schon der Säugling die freundliche und zugewandte Spiegelung von außen, um ein positives Gefühl für das eigene Selbst zu entwickeln.“

> Impressionen Fachtagung

 

 

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