Akzeptanz statt Anpassung im Umgang mit Autismus

Autistische Perspektiven verstehen, Barrieren erkennen und Unterstützung neu denken

 

Autistische Menschen nehmen ihre Umwelt anders wahr und verarbeiten Kommunikation, soziale Situationen und Sinneseindrücke auf unterschiedliche Weise. In einer überwiegend neurotypisch geprägten Welt entsteht dabei häufig ein hoher Anpassungsdruck. Dieses Seminar lädt dazu ein, Autismus aus einer anderen Perspektive zu betrachten: Was braucht es von uns und unserem Umfeld, damit autistische Menschen mit ihren individuellen Fähigkeiten, Bedürfnissen und Besonderheiten akzeptiert werden und möglichst sie selbst bleiben können? Im Mittelpunkt stehen das gegenseitige Verständnis zwischen neurotypischer und neurodivergenter Welt sowie konkrete Möglichkeiten für ein wertschätzendes Miteinander. Die Referentin verbindet dabei fachliche Expertise mit ihrer persönlichen Innenperspektive als Autistin.

Highlights

  • Autistische Wahrnehmung, Verarbeitung und Kommunikation
  • Vielfalt im Autismus-Spektrum und Grenzen stereotyper Vorstellungen
  • Unterschiedliche Kommunikationsweisen und soziale Codes
  • Missverständnisse und Barrieren erkennen und reduzieren
  • Masking, Camouflaging und Anpassungsdruck
  • Unsichtbare Belastungen und individuelle Unterstützungsbedarfe
  • Selbstbestimmung, Akzeptanz und Teilhabe
  • Struktur, Transparenz und Vorhersehbarkeit im Alltag
  • Praktische Möglichkeiten für ein wertschätzendes Miteinander

Zielsetzung & Kompetenzgewinn

Die Teilnehmer:innen erweitern ihr Verständnis für autistische Wahrnehmungs-, Kommunikations- und Verhaltensweisen. Sie lernen, Unterstützungsbedarfe und Barrieren differenzierter wahrzunehmen, unnötigen Anpassungsdruck zu erkennen und die eigene Haltung zu reflektieren. Ziel ist es, Kommunikation und Rahmenbedingungen individueller zu gestalten und konkrete Handlungsmöglichkeiten für mehr Akzeptanz, Selbstbestimmung und Teilhabe in die eigene Praxis mitzunehmen.

Zielgruppe

Fachkräfte aus psychosozialen, sozialpsychiatrischen, pädagogischen, beratenden, therapeutischen und medizinischen Arbeitsfeldern sowie aus Kinder- und Jugendhilfe, beruflicher Integration, Rehabilitation und Einrichtungen für Menschen mit Behinderung. Ebenso angesprochen sind Eltern, Angehörige und weitere Personen, die autistische Menschen begleiten.

Das Seminar eignet sich sowohl für Personen mit ersten Erfahrungen im Autismusbereich als auch für Teilnehmer:innen, die ihre Perspektive um die Innenperspektive autistischer Menschen erweitern möchten.

Methodik

Fachliche Inputs, Fallbeispiele, Reflexions- und Perspektivwechselübungen, Kleingruppenarbeit, Diskussion sowie die Bearbeitung konkreter Situationen aus der beruflichen Praxis. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Wechsel zwischen Außen- und Innenperspektive.

Referent:in

Mag.(FH) Belinda Maria Catriena Harms, MA

Selbstständige Autismus- und Traumaberaterin mit langjähriger Erfahrung in der psychosozialen Beratung und Begleitung von Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und Familien. Als Autistin und Mutter von zwei autistischen Kindern verbindet sie fachliche Expertise mit persönlicher Erfahrung und eröffnet dadurch unterschiedliche Perspektiven auf die Bedürfnisse autistischer Menschen und ihres Umfelds.