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Trauer - Depression - Melancholie
Zur Psychologie der Antriebslosigkeit

 

 

Der gesellschaftliche Umgang mit Trauer hat sich verändert. Sigmund Freud schriebt 1915: „Die normale Trauer macht keine Schwierigkeiten, denn jeder Mensch kann erklären, wie sie zustande kommt.“ Er nimmt die Trauer als Normalvorbild, um davon eine Form der Trauer abzugrenzen, die man ein Verliebtsein in den Verlust bezeichnen könnte (Melancholie). Freud schreibt weiter, dass es bemerkenswert sei, dass uns niemals die Idee gekommen sei, die Trauer als einen krankhaften Zustand zu betrachten und sie dem Arzt zur Behandlung zu überantworten. Nun, diese Zeiten sind heute vorbei. Man überantwortet die Trauer dem Arzt, damit er Medikamente gibt. Die jüngsten internationalen Klassifikationen des DSM V schlagen vor, die normale Zeit des Trauerns zu reglementieren, zu messen, sie schlagen vor, die Notwendigkeit einer medizinischen Behandlung jenseits eines bestimmten Zeitlimits anzusetzen.

Es ist da etwas aus dem Lot geraten in der Art, wie wir heute mit Trauer und den Erfahrungen des Verlustes umgehen bzw es abwehren, damit umzugehen.  Trauer, das ist die Zeit, die es braucht, einen Verlust in einen Mangel zu verwandeln. Dafür scheint heute keine Zeit mehr zu sein. Wir leben in einer getriebenen Welt, da gibt es keinen Platz für Rückzug. Dementsprechend erscheinen Formen der Depression, der Antriebslosigkeit, der Leere und der Langeweile subversiv gegen die Nutzbarmachung und Kapitalisierung jeder Quantität von Energie. Es gibt eine Krise des Begehrens in der hypermodernen Zeit, in der wir leben und diese Krise zahlen die Patienten, die uns begegnen mit Depression und Melancholie.

 

 

Inhalte

  • Verstehen von psychischen Phänomenen der Leere und Antriebslosigkeit
  • Unterscheiden von Trauer, Melancholie und Depression
  • Zur Psychologie der Trauer, der Melancholie und der Depression
  • Wege der Behandlung und Betreuung mit den unterschiedlichen Phänomenen dieses Seminars
  • klinische Beispiele aus der eigenen Arbeit

 

 

Ziele

In diesem Seminar werden unterschiedliche Formen des Trauerns als gesellschaftliche Institutionen vorgestellt sowie auf die modernen Tendenzen hingewiesen, die Trauer zu privatisieren. Damit geht ein Verlust einher, der nicht immer nur positiv ist. Zudem werden Formen der „normalen“ Trauer unterschieden von einer Verliebtheit in die Trauer, die kein Ende nimmt, wie es bei der Melancholie der Fall ist. Es soll in weiterer Folge unterschieden werden zwischen Trauer, Melancholie und Depression sowie auf die jeweiligen - wenn notwendigen Behandlungswege, die auch im Setting des Sozialarbeiters, des Psychologen oder Pädagogen, sprich des Betreuers im psychosozialen Feld eine tragende Rolle spielen im Umgang mit diesen allgemeinmenschlichen Phänomenen.

Die teilnehmenden Personen werden gebeten, aus ihren jeweiligen Arbeitsbereichen Fallbeispiele mitzubringen, die sich an folgenden Punkten orientieren: Kurzbiographie des Klienten/der Klientin. Wie formuliert der/die KlientIn/PatientIn seine/ihre Klage? Wie ist die Beziehung zum/r jeweiligen psychosozialen ArbeiterIn? Welche Frage für die Betreuung stellt sich dem/der psychosozialen ArbeiterIn?

 

 

Zielgruppe

Personen, die im psychiatrischen als auch im extramuralen Setting mit Patient*innen und Klient*innen arbeiten, die psychisch an den Phänomenen der Trauer, der Melancholie und der Depression leiden.

 

 

ReferentIn

Mag. Dr. phil. Markus Zöchmeister

Psychoanalytiker in freier Praxis in Wien und Salzburg sowie bei ESRA (Ambulanz für Spätfolgen und Erkrankungen des Holocaust- und Migrations-Syndroms). Schwerpunkte seiner psychoanalytischen wie psychosozialen Arbeit sind die Auseinandersetzung mit Gewalt, Trauma, Migration und psychisches Leid. Erfahrung in einer extramuralen sozialpsychiatrischen Einrichtung mit tages- und freizeitstrukturierenden Maßnahmen.

 

 

FACTS

Termin(e)

09.12.2020 - 10.12.2020

 

Kosten

EUR 380,00 inkl. 10% MwSt.

 

Uhrzeit(en)

Mi, Do, 09:00 - 17:00 Uhr (16UE)

 

Anmeldeschluss

25.11.2020

 

Anzahl der TeilnehmerInnen

mind. 12, max. 18 Personen

 

Ort

pro mente Akademie, Grüngasse 1A, 1040 Wien

 

 

WEITERE STARTTERMINE

 

 

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T +43 1 513 15 30 - 113
Tel. Auskünfte: Mo - Fr, 09:00 - 15:00 Uhr
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