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Gerontoforensik

 

 

Gefangenenpopulationen stellen Spiegelbilder der jeweiligen Gesellschaften dar. Daher scheint es kaum verwunderlich, dass sich der demografische Wandel, hin zu einer immer älter werdenden Gesellschaft, auch in diesem Kontext niederschlägt. Mittlerweile handelt es sich bei den Inhaftierten im höheren Alter weltweit um die am schnellsten wachsende Insassengruppe, weshalb die Gerontoforensik für den aktuellen und den zukünftigen Straf- und Maßnahmenvollzug von entscheidender Relevanz ist.

 

 

Inhalte

  • Delinquenz im hohen Alter
  1. Definition des alten Straftäters
  2. Das Phänomen der Altersdelinquenz
  3. Inhaftierte im höheren Alter
  • Besonderheiten älterer Inhaftierter im Vergleich zu jüngeren Inhaftierten
  1. Persönlichkeit
  2. Physische und Psychische Belastungsmomente
  3. Arbeitsbezogene Einstellungen und Verhaltensweisen
  4. Markervariablen zur Erkennung belasteter Inhaftierter im höheren Alter und deren Charakteristika
  • Seniorenvollzug in Österreich
  1. Probleme und Lösungsmöglichkeiten
  2. Praktische Umsetzung des Seniorenvollzuges
  • Psychische Erkrankungen im Alter
  1. Demenzielle Erkrankungen
  2. Depressivität und Suizidalität

 

 

Ziele

Die Teilnehmer*innen erhalten einleitend einen Überblick über das Phänomen der Delinquenz im hohen Alter sowie die Charakteristika dieser Tätergruppe, bevor auf die drei unterschiedlichen Typen von Inhaftierten im Seniorenalter eingegangen wird. Anschließend werden die wesentlichen betreuungsrelevanten Unterschiede im Vergleich zu jüngeren Altersgruppen und relevante Aspekte zur Erkennung von besonders belasteten lebensalten Inhaftierten vorgestellt. Darauf aufbauend werden Ideen bezüglich einer altersadäquaten Vollzugsform erarbeitet und diese mit den von den Insassen selbst geäußerten Wünschen und Verbesserungsvorschlägen abgeglichen. Auch wird ein Einblick in die bisher im Strafvollzug implementierten Maßnahmen gegeben. Abschließend stehen zwei der wesentlichsten Krankheitsbilder in dieser Altersgruppe im Fokus. Hierbei werden neben den allgemeinen Diagnosekriterien sowie den betreuungsspezifischen Besonderheiten und Behandlungsmöglichkeiten, in Bezug auf demenzielle Entwicklungen auch gängige Diagnoseverfahren praktisch angewendet und ausgewertet. Hinsichtlich des Phänomens der Alterssuizide, die häufig mit depressiven Erkrankungen in Verbindung stehen, erlernen die Teilnehmer*innen die wesentlichen Kriterien zur Einschätzung des Suizidrisikos und wenden diese Kenntnisse in weiterer Folge anhand von konkreten Fallvignetten praktisch an.

 

 

Zielgruppe

Mitarbeiter*innen im sozialen Bereich, die mit älteren Menschen während der Inhaftierung und Unterbringung im Maßnahmenvollzug sowie in der forensischen Nachbetreuung arbeiten beziehungsweise sich für diese Klientengruppe interessieren.

 

 

Methodik

Bei dieser multimodalen Veranstaltung werden theoretische Inputs mittels Vortrag, unterstützt von Bild- und Videomaterial vermittelt. Darüber hinaus werden im Rahmen von Gruppenarbeiten praktische Fertigkeiten erlernt und angewendet.

 

 

ReferentIn

Mag. Norman Heiko Meuschke

Klinischer und Gesundheitspsychologe, Klinischer Sexologe nach Yves Desjardins.
Vortragender auf forensischen Fachtagungen, mit besonderem Forschungsfokus auf die Situation lebensälterer Inhaftierter sowie der Risikoeinschätzung zurechnungsunfähiger Delinquent*innen.
Seit 2015 als Klinischer Case Manager im Straf- und Maßnahmenvollzug der Justizanstalt Asten gemäß § 21 Abs 1 StGB und § 21 Abs 2 StGB tätig.

 

 

FACTS

Termin(e)

12.03.2022

 

Kosten

EUR 250,00 inkl. 10% MwSt.

 

Uhrzeit(en)

Sa 09:00 - 17:00 Uhr (8 UE)

 

Anmeldeschluss

26.02.2022

 

Anzahl der TeilnehmerInnen

mind. 12, max. 15 Personen

 

Ort

pro mente Akademie GmbH, Grüngasse 1A, 1040 Wien

 

 

WEITERE STARTTERMINE

 

 

IHR KONTAKT
Bildungsmanagement
T +43 1 513 15 30 - 113
Tel. Auskünfte: Mo - Fr, 09:00 - 15:00 Uhr
info@promenteakademie.at

 

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